Freitag, 19. Februar 2016

Nachkriegsbär Rupert mit Kopfmittelnaht...



Die Nachkriegsjahre veränderten nach dem 1. Weltkrieg das Leben der Menschen entscheidend. Entbehrungen, Lebensmittelkrise und Armut waren die Folgen. Nur langsam fand man zum Alltag zurück. Auch für die Hersteller des plüschigen Freundes brachten die Nachkriegsjahre zunächst absoluten Stillstand. Das Grundmaterial...Mohair zum Weben der Felle wurde aus England bezogen, die Einfuhren waren gestoppt, man musste auf Vorräte zurückgreifen, die aber schnell aufgebraucht waren...es herrschte sowohl Mangel an Arbeitskräften als auch an Rohstoffen. Die Produktion wurde aus der Not heraus auf Kunstseidenplüsch und Deckenstoffe umgestellt. Die Produktion wurde möglichst gering gehalten und der begehrte Bär bis Kriegsende in nur wenigen Farben angeboten. In diesen Zeiten war nicht nur kostbarer Mohairplüsch selten, man musste auch sehr sparsam mit den Materialien umgehen...millimetergenau wurden die einzelnen Fellteilchen nach Schnittmuster zugeschnitten, Verschnitt oder Reststücke waren unakzeptabel. Daher hatten nur sehr wenige Bären eine sogenannte Kopfmittelnaht, die sich aus dem "Sparschnitt" ergab, indem das Kopfmittelteil einfach in zwei Teilen am Stoffende zugeschnitten und später zusammengenäht wurde. In der Blütezeit der Sammeljahre waren gerade diese Bären besonders begehrt, da es nur sehr wenige dieser Mittelnahtbären auf dem Markt gegeben hatte...und noch weniger von Ihnen hatten die Kriegsjahre überlebt. In vielen Auktionskatalogen wurde später explizit auf die Kopfmittelnaht hingewiesen, da diese Bären aufgrund der seinerzeit sehr geringen Stückzahl unter Sammlern besonders begehrt waren. Unser Rupert trägt seine Kopfmittelnaht dahingegen nicht aus Ersparnisgründen sondern ist vielmehr eine Erinnerung an diese besonderen Jahre in der Bärenproduktion. Mit seinen gerade 20 cm ist  Rupert  der kleinste Bär in der Revival Kollektion.

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