Mittwoch, 9. Oktober 2013

The Gatsby Wedding...


du bist mîn ich bin dîn
des solt dû gewis sîn
dû bist beslozzen
in mînem herzen
verlorn ist daz slüzzelîn
dû muost immer drinne sîn


Übersetzung:
du bist mein ich bin dein
dessen sei dir gewiss

du bist verschlossen
in meinem Herzen
verloren ist das schlüssellein
du musst immer drinnen sein


so schrieb Walther von der Vogelweide in der mittelalterlichen Minne vor über 1000 Jahren über sein Verständnis von der Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen. Dennoch waren gerade im Mittelalter und zT noch heute in manchen Ländern Ehen alles andere als der Ausdruck von Liebe und Zuneigung, den weiteren Lebensweg gemeinsam gehen zu wollen.
Schon früher gab man sich „die Hand“ auf den Bund fürs Leben, seitdem hielt man auch „um die Hand“ beim Brautvater an. Die Hochzeit  im kirchlichen Sinne soll den Bund zweier Menschen auch vor Gott dokumentieren, man bittet um seinen Schutz und besiegelt es – wenn möglich – bis dass der Tot die Liebenden scheide. Schon immer war das wohl eher die Ausnahme denn die Regel. Heute haben sich andere Formen der Partnerschaft etabliert. Man spricht von Patchwork Familien, „Wilder Ehe“ ohne Trauschein oder noch mit dem Trauschein an einen anderen Partner gebunden. Gleichgeschlechtliche Ehen und Partnerschaften sind nicht mehr tabuisiert oder gar strafbar. Unsere heutige Gesellschaft kennt kaum noch Regeln und Korsette des Zusammenlebens von Menschen. 

Und doch hat Walther von der Vogelweide in seinen einfachen Versen das Zeitlose daran wunderbar zum Ausdruck gebracht. Die Liebe ist die Wiege der Partnerschaft, sie soll nicht durch Zweckbündnisse geschmälert und auch niemandem aufgezwungen werden. Dennoch ist es wohl das Schönste, was einem Menschen passieren kann, wenn ein Anderer den weiteren, gemeinsamen Weg durch das Leben zusammen mit ihm oder ihr gehen möchte und dies durch eine Heirat auch dokumentiert. Die Ehe ist in unserer Gesellschaft immer noch die Wiege der Familie, auch wenn es Alternativen für jeden Geschmack geben mag. So ist ein Haus auch erst ein Heim, wenn eine Wiege darin steht.
Kinder brauchen Eltern, brauchen Vorbilder und elterliche Erziehung, vorgelebte Zärtlichkeit der Eltern untereinander um selbst einmal ein liebevoller Partner oder Partnerin als Erwachsene werden zu können. Andere Wege sind immer steiniger und oft voller Tränen. Das wusste auch Walther, wenn er vom verlorenen Schlüssel sprach, und damit auf eine „Umtauschgarantie bei späterem Nichtgefallen“ verzichtete. Niemand ist gern allein und jeder wünscht sich eine Hand, die fest in der seinen ruht, um den Weg zusammen zu gehen. In guten und in schlechten Zeiten. Das bekommt man jedoch nicht geschenkt, man muss es sich jeden Tag neu verdienen und manchmal auch hart erarbeiten. 
Obwohl heute fast jede zweite Ehe wieder geschieden wird, steht der Wunsch nach einem unmissverständlichen Bekenntnis immer noch ganz oben auf der Liste der Herzenswünsche und je mehr Paare auseinandergehen, umso größer ist die Sehnsucht nach einer dauerhaften Liebe und auch der Wunsch es viel besser zu machen...auch mit einem großen Fest. So erreichte mich vor einigen Wochen die Bitte eines Kunden, ein Hochzeitsgeschenk für seine Frau zu entwerfen...er werde seine Freundin Mitte Oktober in Südafrika heiraten und wolle diesen Tag mit etwas Besonderem besiegeln. Die auserwählte Location...ein Naturreservat in Grootbos...war beeindruckend und mein Ehrgeiz, ein adäquates Hochzeitspaar zu entwerfen, sofort geweckt. 

So entstand dieses Bärenpaar, das in Südafrika auf seinen Einsatz wartet, wenn es am heutigen Tag endlich heisst: "Sie dürfen die Braut jetzt küssen"...

Happy End


1 Kommentar:

Beertje Zonn hat gesagt…

Lovely wedding photos!
Greetings, Sonnja