Donnerstag, 30. August 2012

Kartoffelernte in der bärigen Cucina...



Wenn wir heute das ganze Jahr über Kartoffeln kaufen können, so verdanken wir das den Naturvölkern aus den Anden. Hoch in den Bergen wurden diese Feldfrüchte bereits im 8. Jahrhundert v.Chr. in großer Sortenvielfalt angebaut. Wo Mais nicht mehr gedeihen konnte, lieferte die Kartoffel in Höhenlagen von 3000-4000 Metern immer noch beachtliche Erträge. Papas...Knollen...nannten die Inkas ihre Kartoffeln, von denen auch die ersten Erdäpfel abstammten, die im 16. Jahrhundert von Südamerika auf dem Seeweg nach Europa gelangten. Auf ihrem Weg bekamen sie wahrscheinlich in Italien von Trüffeln abgeleitet den Beinamen Tartufoli, woraus dann in Deutschland die Tartuffeln und schließlich die Kartoffeln wurden.

Die Urkartoffel hatte allerdings nicht ansatzweise etwas von dem Geschmack, den wir heute kennen und wurde in Europa zunächst wegen ihrer schönen bläulich-lilafarbenen Blüten als Zierpflanze in adligen Gärten bestaunt und gehalten und zierte so manch reich gedeckte Tafel zu prunkvollen Adelsfesten. In den frühen Morgenstunden erfreute man sich an ihrem zarten Vanilleduft, die Knollen warf man dann den Schweinen zum Fraß vor, was der Kartoffel den bösen Namen Schweinebrot einbrachte.



Im Jahre 1756 zwang Friedrich der Große die Bauern per Kartoffelbefehl zum Anbau der Pflanze. Um die relativ geschmacklose Knolle interessanter und beliebter zu machen, ließ er die Kartoffelfelder bewachen, ließ aber gleichzeitig den Diebstahl der Knollen zu und nachdem sie mehr oder weniger freiwillig akzeptiert wurde, begann im ganzen Land der Anbau der genügsamen Pflanze.

Hundert Jahre später gab es dann schon über 2000 verschiedene Kartoffelsorten. Inzwischen gibt es weltweit etwa 4000 verschiedene Sorten, die als Speise- oder Stärkekartoffeln angebaut werden. Heute ist die Erdfrucht vom Polarkreis bis zur Sahara bekannt. Überall auf der Welt macht sie Millionen Menschen satt und ist neben Grundnahrungsmittel nicht nur Rohstoff für Fertigprodukte wie Chips, Pommes Frites, Kartoffelklöße sondern auch Stärkelieferant für viele Industrieprodukte. Auf dem Markt finden wir etwa 40 Kartoffelsorten, die als reine Speisekartoffel in den Handel kommen und nach Kocheigenschaft in drei Gruppen eingeteilt werden, um für die jeweiligen Speisen die richtige Knolle zu finden.



Ob Salz- oder Süßkartoffeln, Kartoffelauflauf, Bratkartoffeln, Gratin oder Ofenkartoffeln, in Suppen oder Salaten, das Besondere an der Kartoffel ist ihre Vielfältigkeit, dabei ist sie an sich eigentlich wenig besonders...aber ihre Einsetzbarkeit macht die kleine Knolle ganz groß. Johann Wolfgang von Goethe sagte über die Kartoffel: "Morgens rund, mittags gestampft, Abends in Scheiben...dabei soll`s bleiben...es ist gesund". Der Ernährungsmythos Kartoffeln machen dick ist hartnäckig und grundfalsch. Goethe hatte recht...sie machen satt und sind in erster Linie gesund, enthalten viel Kalium, Vitamine und Eiweiß. Die Deutschen lieben Kartoffelsuppe und Andrea Merkel äußerte im Rahmen eines Live-Talks zu der Frage nach ihrem Lieblingsgericht: Ich kann gut Kartoffelsuppe...

...und während die meisten Mütter in Großbritannien ihren Kindern als erste feste Nahrung einen Toast in die Hand drücken, wird das Kleinkind in Deutschland mit zerdrückter Kartoffel gefüttert. Unsere kleine Patata kann sicher nicht zerdrückt genossen werden, ist aber dennoch für Jung und Alt ein ganz besonderer Begleiter durch den Tag...wie Goethe schon feststellte: Morgens, mittags und abends...dabei soll`s bleiben...



...Patata in gefilzter Kartoffel...jetzt neu im


Montag, 27. August 2012

von Keinohrhasen und Einohrbären...


...der gute alte Teddybär ist immer geduldiger Zuhörer, Seelentröster und treuer Begleiter unserer Kindheit gewesen...unzählige Bären haben infolge der vielen Knuddelattacken Blessuren erleiden müssen...mancher überlebt mit kleinen Verletzungen, andere erkranken unheilbar...aber stets tragen sie ihr Schicksal mit Fassung...Einohrbär RUFUS ist so ein erkranktes Exemplar...der stark abgeliebte kleine Kerl hat ein Ohr lassen müssen, was seinem Charme keinen Abbruch tut...jetzt neu im SHOP

A bear teaches us that if the heart is true, it doesn't matter much if an ear drops off...Helen Exley


Freitag, 24. August 2012

Momiji, Spätsommer oder der Herbst in Japan...


...nach einem wunderschönen Urlaub in den USA hat die Werkstatt uns nunmehr seit 2 Wochen wieder fest im Griff...nach der Abarbeitung von Kundenaufträgen entstand jetzt der erste Bär unserer aktuellen Herbstkollektion...Momiji, ein primitiver Bär in warmen herbstlichen Farben...bald wird sich der Sommer verabschieden und der Herbst Einzug halten, der uns mit einer großen Farbenpracht und hoffentlich ganz vielen sonnigen Tagen verwöhnen wird.



Der Herbst ist auch in Japan, ähnlich wie die Zeit der Kirschblüte im Frühjahr, Anlass für zahlreiche Veranstaltungen, die oft seit Jahrhunderten gefeiert werden und sich dem Wandel der Zeit als auch dem Touristengeschmack angepasst haben. Von September bis in den November hinein hat Japan eine breite Palette an Naturschönheiten zu bieten…Allem voran die wunderbare Laubfärbung der Wälder. Der Herbst ist daher für Einheimische als auch für Touristen die ideale Reisezeit und der Besuch der kleinen Nationalparks wie das Hida Bergmassiv in den Japanischen Alpen nahe Takayama gehört genau wie die Gegenden um Tokyo und Kyoto zu den herbtlichen Highlights.



Feste wie Bogenschiessen, Drachentanz, feierliche Paraden in großen Festwagen und große Lagerfeuer mit Fackelumzug ähnlich wie unserem Martinszug haben auch in den Städten jahrhundertealte Tradition…Mitte November feiert man Momiji…das Färben der Blätter. Dann stehen die Parks rund um Kyoto und Tokyo in prächtigen Farben...besonders verehrt wird der rote Ahorn für seine satten Rot-, Bronce- und Goldfärbungen. Wie die Blätter so zeigt sich auch der kleine Momiji mit seiner handgehäkelten Hose in diesen warmen herbstlichen Farben…jetzt neu im SHOP