Dienstag, 22. November 2011

Nikolaus bei ebay...

...Guter Nikolaus, komm in unser Haus, triffst ein Kindlein an, das ein Sprüchlein kann und schön folgen will! Halte bei uns still, schütt dein Säcklein aus, guter Nikolaus. Ach, du lieber Nikolaus komm doch einmal in mein Haus! Hab´ so lang an dich gedacht! Hast du mir auch was mitgebracht?



Der Festtag des heiligen Nikolaus, der 6. Dezember ist ein kirchlicher Feiertag mit vielen Bräuchen. Es ist vor allem ein Tag der Kinder, da Nikolaus seit Jahrhunderten als Wohltäter der Kinder verehrt wird; das Brauchtum zum Nikolaustag ist aber regional äußerst unterschiedlich ausgeprägt. Am 6. Dezember war verbindlich die Stelle Matthäus 25,14-23 LUT vorgesehen. Dort wurde das Gleichnis der Talente erzählt: Drei Knechten wurde jeweils ein Geldstück, ein Talent, anvertraut. Nach der Rückkehr des Herrn musste jeder Rechenschaft ablegen, was er mit dem Geld gemacht hatte. Der bekannte Brauch der Befragung der Kinder durch den Nikolaus, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien, geht auf diese Praxis zurück.



Der Einlegebrauch, d. h. das nächtliche Füllen der Schuhe oder Tütchen, basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden. Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachtsbescherung. In einigen Ländern ist er dies auch heute noch. Erst wegen der Haltung der Reformatoren gegen die Heiligenverehrung wurde die Bescherung in vielen Ländern auf den Weihnachtstag verlegt.



In mittelalterlichen Klosterschulen gab es den Brauch, dass die Kinder sich am Nikolaustag einen „Kinderbischof“ aus ihren Reihen wählen durften. Nach dem Prinzip der verkehrten Welt predigte er den Erwachsenen und durfte ihr Verhalten tadeln. An einigen Orten blieb er bis zum 28. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder, im „Amt“. Oft werden Kinder angehalten, ihre Geschenkwünsche auf einem Wunschzettel festzuhalten. Viele Kinder schicken in der Vorweihnachtszeit Briefe an St. Nikolaus. Diese werden in extra eingerichteten Weihnachtspostämtern gesammelt und zumeist auch beantwortet.



Schiffchensetzen nennt man den seit dem 15. Jahrhundert bekannten Brauch, bei welchem aus Papier oder anderem Material Nikolausschiffe gebastelt werden, in die der Heilige seine Gaben legen soll. Hintergrund für diesen Brauch dürfte das Schifferpatronat sein. Auch heute noch findet sich auf vielen Handelsschiffen ein Bildnis des St. Nikolaus. Das Nikolausschiffchen wurde später durch Stiefel, Schuh oder Strumpf abgelöst, zu denen später noch der Gabenteller hinzukam.Auch heute noch stellen Kinder am Vorabend des Nikolaustages Schuhe, Stiefel oder Teller vor die Tür, damit der Heilige sie auf seinem Weg durch die Nacht mit Nüssen, Mandarinen, Schokolade, Lebkuchen usw. füllen kann.



Indessen bringt der Nikolaus nicht nur Geschenke: In vielen Erzählvarianten beschenkt und lobt er die guten Kinder, während er die bösen tadelt und durch Schläge mit einer Rute bestraft. Welche Kinder im letzten Jahr gut und welche böse waren, liest er in seinem „goldenen Buch“. Viele Eltern laden ehrenamtliche oder bezahlte Nikolause ein, den Kindern zu Hause eine derartige „Predigt“ zu halten, die jedoch stets mit einer Bescherung endet.

Als Furcht einflößenden Gehilfen bekam der heilige Nikolaus in verschiedenen Ländern Begleiter zur Seite gestellt, in Deutschland Knecht Ruprecht, in Frankreich Père Fouettard, in der Schweiz Schmutzli, in Österreich, Bayern und Kroatien Krampus, in Luxemburg den Housecker, in den Niederlanden den Zwarte Piet, der einen gezähmten Teufel darstellen soll. Teilweise fand auch eine Aufgabenübertragung statt, so ist in dem Gedicht von Theodor Storm der Begleiter der Gabenbringer.



...Nikolaus ist der Auftakt unserer neuen Weihnachtsedition 2011...der Bär trägt eine lange weihnachtliche Baumwoll-Wichtemütze mit roter Schelle...er erfüllt wie immer alle Kriterien eines echten Needful Friends und ist ab heute Abend hier erhältlich...


Dienstag, 15. November 2011

Koichi...die heilige Elisabeth und der Andreastag


...auf St. Martin fängt der Winter an...so beginnt ein altes Trinklied...gesungen wird auch von dem Mantel, den er mit seinem Schwert halbiert und in einer kalten Winternacht mit einem Bettler teilt...Martin, der selbst ein armer Mann war und in tätiger Nächstenliebe handelte, soll dann Nachts im Traum Christus im halben Mantel erschienen sein...was Martin zum Christentum bekehrte...so die Legende. Viele Bräuche rund um das Martinsfest haben sich seit vielen Jahrhunderten gehalten. Große Freude bringt St. Martin am 11. November den Kindern…rabimmel, rabammel, rabumm heisst es jedes Jahr, wenn sie mit ihren Laternen, die früher aus Rüben und Kürbisköpfen geschnitzt wurden, durch die Dörfer und um die Häuser ziehen...oft begleitet von Roß und Reiter und dem traditionellen Martinsfeuer. Früher war St. Martin ein Bauernfeiertag zum Wechsel des Wirtschaftsjahres. Das Vieh wurde in die Ställe gebracht, die Schlachtsaison begann...Wintervorräte wurden angelegt.


Der heiligen Elisabeth gedenken wir am 19. November, die als Tochter des ungarischen Königs Andreas II im Jahre 1207 geboren wurde. Sie war erst 1 Jahr alt, als sie mit dem späteren Landgrafen von Thüringen und Hessen Ludwig IV verlobt wurde. Ihre Kindheit verbrachte sie in großem Wohlstand auf der Wartburg, bis sie schließlich im zarten Alter von 14 Jahren verheiratet wurde. Schon früh erkannte sie den schmerzlichen Widerspruch zwischen dem Luxus der höfischen Gesellschaft und der bedrückenden Armut des einfachen Volkes und setzte sich auf vielfache Weise für die Minderung der Not in ihrem Land ein.

Sie errichtete Armen- und Krankenhäuser und fiel in der eigenen Familie in große Ungnade, als sie zur großen Hungersnot 1225 die burgeigenen Kornkammern öffnen ließ, um die Vorräte an die Armen zu verteilen. Als ihr Mann 2 Jahre später auf einem Kreuzzug starb, verbannte ihr Schwager sie mitsamt ihrer vier kleinen Kinder von der Burg. Die Rosenlegende erzählt, dass man sie mit einem Korb voll Brot mit einem Tuch bedeckt auf dem Weg ins Tal erwischte...aber als man das Tuch vom Korb riß, sah man den Korb überfüllt mit den herrlichsten Rosen. Elisabeth gründete nach großen Widerständen in Marburg das Franziskus-Spital und starb als Ordensfrau mit nur 24 Jahren. Am Elisabeth-Tag erinnert man sich seither der Heiliggesprochenen. Früher war es Tradition, an diesem Tag Almosenbrot zu backen und von den Wintervorräten Fleisch, Speck und Bier an die Armen zu verteilen



Friert´s am Kathrein, so friert der Winter ein...der ganze Winter, sagt man, wird so wie dieser Tag...der 25. November war somit ein Wetterorakel Tag...auch stand der Advent kurz bevor...wer bis zum Fest Lebkuchen, Gebäck und Stollen verschenken wollte, begann rechtzeitig mit der Weihnachtsbäckerei. Traditionell wurde früher auch der Teig für die Thorner Kathrinchen an diesem Tag angerührt, denn an Katharina gedachte man der heiliggesprochenen Märtyrerin, die als nicht nur sehr schöne sondern auch besonders kluge junge Frau 50 heidnische Philosophen zum Christentum bekehrt haben soll.

Die aus Alexandrien in Ägypten stammende Missionarin wurde von vielen verfolgt. Zu ihren Feinden gehörte auch der römische Kaiser Maxentius, dessen Gattin sie ebenfalls zum Christentum bekehrte, der sie daraufhin im Jahre 307 zum Tode durch Marter verurteilte und auf ein Rad flechten ließ, aber ein Blitz zerschlug das Rad und tötete eine große Schar umstehender Heiden, worauf der Henker Katharina auf der Stelle enthauptete...die Legende sagt, dass Engel die gefolterte Christin auf den Sinai holten, wo sie ihre letzte Ruhestätte gefunden haben soll. In Erinnerung an die grausame Tat werden die Kathrinchen in Form des Folterrades gebacken.



Der 30. November ist der letzte Tag des Kirchenjahres, weshalb er auch als Silvesternacht der Kirche bezeichnet wird. Mit diesem Tag sind im römisch-katholischen Glauben viele Silvesterbräuche wie das Orakel verbunden...das Bleigießen gehört ebenso zur Tradition, wie das Driften zweier Kerzen oder Walnußschalen in einer Schüssel...treffen sie zusammen, so gibt es eine Hochzeit. Dem heiligen Andreas, wird an diesem Tag gedacht, der am 30. November im Jahre 60 auf dem Peloponnes wegen seines Glaubens hingerichtet wurde. In der Bibel wird von ihm als Bruder Simons gesprochen...beide waren Fischer von Galiläa und wurden von Jesus zu Aposteln berufen. Andreas, der in Asien, Polen, Ungarn und Russland missionierte, gilt als Künder der Zukunft in Liebesdingen. Der wohl bekannteste Orakel-Brauch ist das Werfen von Apfelschalen über die Schulter...lässt sich aus den Schalenkringeln ein Anfangsbuchstabe erkennen, so lässt sich daraus der Name des Zukünftigen ablesen.



Viele dieser Bräuche lassen erkennen, dass sich ein Jahr langsam dem Ende nähert, die Tage kürzer werden und das fehlende Licht durch Kerzen im Heim ausgeglichen wird. Der Beginn dieser vorweihnachtlichen Zeit ist der Adventskranz mit dem Entzünden der ersten Kerze...in Japan steht der Name Koichi für erstes Licht…und so soll auch der Bär, der gegen die erste klirrende Kälte mit einer warmen Mütze gerüstet ist, in seinen hellen freundlichen Farben Licht in sein neues Heim bringen und die dunkle Jahreszeit ein wenig versüßen...vielleicht ist er auch als Needful Friend ein Künder der Zukunft...sicher nicht nur in Liebesdingen...jetzt neu im


Mittwoch, 9. November 2011

Treasures & Memories oder Kindheit zu verkaufen...


...jetzt beginnt sie wieder die geschäftige Vorweihnachtszeit…die Suche nach passenden Geschenken…möglichst früh, so nehmen wir es uns zumindest jedes Jahr vor, damit wir das Bummeln über den Weihnachtsmarkt bei Glühwein und Zimtwaffeln auch so richtig genießen können. Schon seit ein paar Wochen finden wir Lebkuchen, Baumbehang und Glühwein in den Supermarktregalen…es geht unaufhaltsam in die „gemütliche und beschauliche Jahreszeit“ über. Auch in der Needful Friends Bärenwerkstatt laufen die ersten Vorbereitungen für unsere diesjährigen Weihnachtsangebote. Wenn man Abends gemütlich bei Kerzenlicht seine Gedanken kreisen lässt, kommen einem häufig die besten Ideen und Anregungen und eigentlich durch Zufall stolperte ich über ein offensichtlich wieder ganz aktuelles Thema…Nostalgie, denn in der dunkelsten alle Jahreszeiten überfällt uns nicht selten dieses Ziehen und Zwicken in der Seele…wir werden nostalgisch.



Wir alle haben sie…die Erinnerungen an damals, als Weihnachten noch ganz anders gefeiert wurde, ohne Kaufrausch…einfach besinnlicher. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Weihnachten meiner Kindheit…an den Heiligen Abend, an dem tagsüber die Wohnzimmertür verschlossen blieb…an den Glanz des Weihnachtsbaums mit seinen vielen Lichtern…dieser Moment, wenn die Tür am Abend endlich geöffnet wurde…die Geschenke an sich standen gar nicht im Vordergrund…eher die Stimmung, der Duft von Gänsebraten…der große Teller mit den vielen Naschereien…ich erinnere mich an all die vielen kleinen Geschenke, die oft einen eher ideellen Wert hatten…



…an einen Karton gefüllt mir Poesiebildern…Glanzbilder nannten wir sie, weil Einige mit Silber- oder Goldglitzer versehen waren…Motive mit Engeln, Märchenfiguren, Weihnachtsglocken, Nikoläusen oder Lebkuchenmotiven. Wir haben sie mit passenden Sprüchen in die Poesiealben unserer Freundinnen geklebt…Ob es das heut noch gibt? …ich schaue bei google und finde sie tatsächlich...all die alten Motive in Neuauflage gedruckt. Ich suche weiter, ergänze die Suchbegriffe durch die Eingabe Kindheit, sammeln, Dachbodenfund. Mehr als 30 Seiten werden ausgeworfen und ich beginne etwas im Netz zu surfen…Links zu Auktionen und Anzeigen tauchen auf…da gibt es alte Bären, Puppen, Eisenbahnsammlungen in großem Angebot.



An einer Kleinanzeige bleiben meine Augen sofort hängen…da schreibt jemand: Kindheit zu verkaufen…altes Spielzeug im Konvolut…ein alter Bär, Holzspielzeug, uralte Tonmurmeln…kleine Schätze, ein Stückchen Geschichte, eine Identität, die nun den Besitzer wechseln sollte. Ich kam zu spät, das Angebot war leider abgelaufen…aber es hat mich dennoch nicht losgelassen. Was waren die Beweggründe, dieses Stück Kindheit zu verkaufen? Wurde es auf dem Dachboden gefunden, nicht mehr gebraucht und noch schnell zu Geld gemacht, geschah es in Verbindung mit einem Todesfall aus emotionalen Gründen oder war es gar ein Notverkauf? Vor einigen Jahren erwarb ich einen uralten Bären, der seit mehr als 80 Jahren in Familienbesitz war…zum Bären gehörte eine ebenso alte handgeschnitzte Holzwiege, in der dieser Bär schon immer gelegen hatte….mitgeliefert wurde ein genauso altes Foto, worauf die Mutter der Besitzerin als kleines Mädchen mit dem Bären und der Wiege zu sehen war. Ich erwarb den Bären als Komplettpaket mit der Wiege und dem Foto für eine stattliche Summe, die nunmehr die Tochter der mittlerweile verstorbenen Erstbesitzerin für Weihnachtsgeschenke auszugeben gezwungen war. Wie tragisch dachte ich damals…und immer, wenn ich den Bären ansehe, muss ich an dieses Schicksal denken.



Die zu verkaufende Kindheit brachte mich dennoch auf die Idee, ein ganz besonderes Weihnachtspaket anzubieten…ein Stückchen Nostalgie und Erinnerung an eine vielleicht verlorengegangene, verkaufte und wiedergefundene Zeit…unsere Treasures & Memories Geschenkbox beinhaltet einen Bären im primitive Style gefertigt aus altem Viskosemohair, einen alten Holzkreisel, alte Tonmurmeln, Glanzbilder, ein Weihnachtsglöckchen und ein Honigkuchenpferd aus Ton. Die Box wurde einer Vintagebehandlung unterzogen und ist jetzt neu im SHOP erhältlich...


Dienstag, 1. November 2011

Quo Vadis Bundeswehr?......oder Strightkräfte Light


Wenn man zum alteingesessenen Blaublut gehört, dann hat man nicht uninteressiert daran zu sein, was die Streitkräfte der (preußischen)Heimat tun oder lassen und wie man mit ihnen umgeht. Früher wurden wir von Porcus – wie alle Adligen, die sich dem konventionellen Broterwerb zu entziehen suchten – Offiziere in Königs und Kaisers oder zumindest Vaterlands Diensten, die weniger maskulinen Eber wurden gerne auch Kleriker und die Erstgeworfenen erbten den Stall. Punktum...schön und einfach war´s früher.

Aber eine Affinität zum Militär hat man eben immer, wenn man sich in Deutschen Landen zur gehobenen Bourgeoisie bekannte und bekennt. Reserveoffizierschwein ist da das Mindeste, was man als Mitbewerberkiller für Pöstchen im Öffentlichen Dienst oder Auswärtigem Amt mit Blauem Blut im Kotelett einzubringen hat. Selbst unsere englische Nebenlinie derer von Pig and Porcus of Pigton upon Avon hat eine Menge Heldenschweine im King´s Own Wild Boar Regiment hervorgebracht.

Im Ersten Weltkrieg nannte man die besonders erfolgreichen Infanteristen „Grabenschweine“, auch wenn man sie alle zusammen, Freund oder Feind, damals eher als äußerst arme Schweine bezeichnen sollte, erfüllt mich Tapferkeit und der Wille für Dinge entschlossen zu kämpfen, mit Respekt. Kurz: Auch heute kann man nicht so einfach an den deutschen Streitkräften „herumdoktern“, ohne dass es von aufgeklärten Staatsbürgern mit oder ohne Rüssel und Borsten wahrgenommen und kommentiert wird.

Seitdem es keine große Gefahr eines Thermonuklearen Konflikts zwischen Ost und West mehr gibt, wurde die Bundeswehr immer wieder transformiert, reformiert und reduziert. Von der Armee der Einheit bis zum Hindukusch ging es fast im Schweinsgalopp zu immer neuen Strukturen und Aufträgen und Fähigkeitsprofilen wie es im Fachjargon heißt. Wenigstens blieb den verunsicherten Soldatinnen und Soldaten immer ihr uraltes und oft nutzungsverlängertes Gerät und Ausrüstung erhalten. Herrlich nostalgisch aus einem Hubschrauber mit einem 20 Jahre alten Fallschirm zu springen, der schon den Wehrpflichtigen Großvater in einer Luftlandeeinheit mit dem gleichen Modell Schirm auf dem Rücken abgesetzt hat…
Das Essgeschirr hat sich seit den „Grabenschweinen“ von Verdun auch nicht verändert. Scheint eben zeitlos gut zu sein. Na ja, jetzt entsteht „eine neue Lage“ durch umfangreiche Standortschließungen.

Der Resetknopf wurde gedrückt, um deutsche Streitkräfte (besser?) für ihre heutigen, zeitgemäßen Aufträge zu streamlinen. Weniger, besser, leichter ( sollte auch für den einzelnen Soldaten gelten) effizienter, interkulturell kompetent und vor allem billiger, dabei abgrundtief demokratisch verwurzelt, die Innere Führung schon mit der Muttermilch im Portepée und für die Masse mit einer Besoldungsgruppe als Endstufe, für die ein Polizist nicht ´mal in der Ausbildungsphase morgens aufstehen würde. Klaglos dabei und stets versetzbar soll er / sie sein, flexibel, dankbar schon für Kleinigkeiten und – bitteschön – nicht zu kritisch in der medialen Artikulation von eigenen Interessen. Eben Gehorchen statt Fragen, Hinnehmen statt Herziehen, Robust statt Rotunde. Was soll denn da das Gemeckere der betroffenen Großverdiener im Mittleren Dienst, wenn man die Standorte schließt, jedenfalls die, die keine politische Lobby bei der augenblicklichen Bundesregierung geltend machen können? Abstellen, bitte und zurück ins Glied!

Der Osten und seine arbeitsmarktliche Depression wird schon genügend Bewerber auch ohne das lästige Gezerre um die Wehrpflicht bringen. Den nicht mehr in die Einsätze zu schickenden Älteren bietet man zunächst mit vermeintlichem Zuckerbrot vorzeitige Zurruhesetzung an (…aber bitte nicht zu attraktiv, sonst gehen auch die Guten!), Karriere und Aufstieg ist ja doch nicht mehr, man muss schließlich alle die unterbringen, die schon weiter oben sind und ihre Tageszeitung lieber umsonst im Casino lesen als sie sich als Früh-Pensionär selbst am Kiosk kaufen zu müssen. Was soll man auch im heimischen Stall, wenn die Fr(S)au ja ohnehin noch berufstätig sein muss, um die Ferkel studieren zu lassen. Aber die Bundeswehrstrukturreform an sich ist schon ein großer Wurf, oder? Zu Guttenberg hat ihn weiland nicht durchsetzen können (oder wollen) aber Kanzlerins Musterschüler kann das schon.

Ich werde mir das von meinem gemütlichen Stall aus weiter anschauen. Schließlich haben wir von Porcus immer gut und gerne gedient. Ob und mit wie viel Soldaten wir am Hindukusch bleiben oder ob wir in Libyen kusch(t)en, ich werde es kritisch beäugen. Schließlich war ich ja auch einmal Staatsbürger(schwein) in Uniform, Jawoll...Euer Eberhard von Porcus