Montag, 18. Juli 2011

Von Murmeln, Kaiser Augustus und einem Museum im Thüringer Wald...


...Murmeln, jedes Kind kennt sie…das Spiel mit Murmeln ist schon sehr alt…die ältesten Murmeln stammen aus den Jahren um 3000 vor Christus, die man als Beigabe im Grab eines ägyptischen Kindes fand.


...Ganze Anekdoten ranken sich um das beliebte Kugelspiel…so soll Kaiser Augustus stets Murmeln bei sich getragen und sich gern spontan am Spiel der Kinder beteiligt haben…seit der Zeit um 1500 schienen aufgrund archäologischer Funde die verschiedenen Spiele, die man mit Murmeln, Klickern oder Schussern spielen konnte, in Mitteleuropa an Beliebtheit deutlich zugenommen zu haben. Kugelgröße, Material und Farbigkeit der Murmeln wurden vielfach variiert…neben unterschiedlichen Murmeln aus roter Tonerde waren die frühen Murmeln vor allem aus braunem Faststeinzeug gefertigt.



...Erst seit der Mitte des 19. Jh. kennt man Murmeln aus Glas…die Produktion von Glasmurmeln wie wir sie heute kennen begann Mitte des 19. Jahrhunderts im thüringischen Lauscha. Das Murmelspiel wird meist im Freien auf festem Erdboden gespielt…die Spielvariationen und Regeln sind so zahlreich wie die Farben der Kugeln selbst...lochen, einlochen, dotzen, Schusser, Klicker, Burgen treffen oder Schlösschen…ganze Meisterschaften werden im Murmelspiel ausgetragen.



...Im Thüringer Wald gibt es in Sachsenbrunn ein Murmelmuseum, das nach der Wende aus zwei früheren Museen aufgestockt und modernisiert wurde...

...unser Peanut ist der Nachfolger des kleinen Linus, er liebt das Murmelspiel über alles...neben seinem bestickten Schmusetuch darf er auch eine Tatze voll kleiner original antiker Tonmurmeln in das neue Zuhause mitnehmen...der Bär ist 16 cm groß und mit einer Häkelhose aus handgefärbter Baumwolle ausgestattet...jetzt neu im SHOP ...


Freitag, 8. Juli 2011

Lazarus oder der Bär in der Kunst...


Es ist schon einige Jahrzehnte her...da hat man alte ausdruckstarke Bären der Gründerfirmen noch auf Flohmärkten, Dachböden oder Großmutters Erinnerungskiste gefunden, wo sie abgeliebt und vergessen ihr Dasein fristeten. Als die Sammelwelle in den 80èr Jahren aus den USA nach Europa kam, interessierten sich plötzlich nicht nur Privatsammler sondern vor allem Händler mit dem untrüglichen Blick des blitzartigen Erkennens für die Ware Bär. So mancher Petz tauschte damals seine anonyme Existenz gegen eine ungewisse Zukunft ein. Später erzielten die wenigen noch übrigen Exemplare in den großen Auktionshäusern geradezu Höchstpreise.



...heute findet man den guten alten Petz mit abgeschabtem Pelz, kaputter Nase und aufgeplatzten, oft vielfach geflickten Beinen und Pfoten kaum noch käuflich zu erwerben. Nach den ersten großen Sammeljahren aus den USA und England überschwappend entstanden die ersten Künstlerbären als ein Ersatz für die alten abgeliebten Steiffbären, die auf dem Markt kaum noch zu bekommen waren...die wenigen Exemplare, die über Auktionshäuser oder aus Privatbesitz angeboten wurden, waren für den Normalverdiener kaum bezahlbar.



Künstlerbären nach alten, klassischen Vorbildern erhielten eine ganz neue Akzeptanz und erfreuten sich großer Beliebtheit. Mittlerweile findet man sie im Vintage Stil in erstaunlich großer Vielfalt...Bären mit Seele, die bereit sind, Sammlerherzen zu erobern...auch unser Lazarus ist so ein antikbehandelter Bär mit dem Charakter eines richtig alten abgeliebten Bären. Er trägt eine Schleife mit antiker Schelle um den Hals und ist jetzt neu im


erhältlich.


...die Figur des Lazarus ist ein Symbol der Armenfrömmigkeit...vom Gleichnis des reichen Mannes und des armen Lazarus ist im Lukasevangelium die Rede...häufig findet man diesen Namen in abgewandelter Form in katholischen Ländern...in Spanien Lazaro, in Polen Lazarz, in Italien Lazzaro...in alten Auktionskatalogen ist der „völlige Lazarus“ als Bezeichnung für sehr alte und extrem „abgeliebte“ Bären ein gängiger Begriff.