Donnerstag, 24. März 2011

...über Erdbeben, Tsunamis, Knut´s Tod und andere, welterschütternde Katastrophen...


...also, es ist schon ein ständiger Ärger mit dieser Natur! Wieso hält sie sich eigentlich nicht an das, was die Krönung der Schöpfung von ihr erwartet?! Mit kostenintensiven Risikoberechnungen und Wahrscheinlichkeitsparametern hatte der Mensch also festgelegt, dass es ein solches Erdbeben, erstens, (wahrscheinlich) gar nicht geben dürfte, zweitens, es frühestens in 10-20 Millionen Jahren statistisch Japan vom Erdboden fegen könnte und drittens, wenn es unwahrscheinlicherweise doch früher käme, es die Atomkraftwerke (wahrscheinlich) nicht zerstören würde und darum, viertens, so eine richtig gute, erdbebensichere Bauweise derselben (wahrscheinlich) auch gar nicht nötig sei, von einer ständigen Wartung ganz abgesehen…..und nun das!

Was bildet sich diese Natur eigentlich ein!? Aber, Gott sei Dank, sind diese spe(c)ktakulären Ereignisse ja 8000km von unseren warmen Ställen entfernt und man kann sich die Katastrophe bequem am Flatscreen anschauen. Doch wenn ich mit meiner S(Fr)au, Rosa von Porcus, geborene von Schweinheim zu Eberstadt und den Ferkeln kuschele, dann denken wir oft an die vielen Menschen und auch Tiere in Japan, die Familie, Heim und Existenz verloren haben und freuen uns ehrlich daran, dass wir alle rund, gesund und zufrieden sein dürfen. Was ist das nur für eine Welt! Erst zu Guttenberg, dann Japan und dann stirbt auch noch Knut der Eisbär! Wie – bitteschön - kann man sich da in Ruhe auf die Vorabendserien, Rosamunde Pilcher, Gerichtssendungen oder den Wahlkampf in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt freuen! Hätte dieses Erdbeben vielleicht nicht besser ins parlamentarische Sommerloch gepasst? Jetzt kann man es so gar nicht recht ausbeuten um schon immer Gesagtes und Gefordertes mit Nachdruck wieder aufs Tablett zu bringen. Hat man nicht schon immer vor Atomkraft gewarnt? Ewige Bedenkenträger, grüne Mahner und andere Opportunisten wittern jetzt Morgenluft. Die Mineralölkonzerne heben schon ´mal vorsorglich die Kraftstoffpreise an und wem das alles zu langweilig ist, der kann ja verfolgen, wie die Koalition der Willigen jetzt den größenwahnsinnigen Ghaddafi zerbombt. Huch, da sind wir Deutschen ja gar nicht dabei? – Wie denn das?

Ich habe ja dazumal in der britischen Armee als kosmopolitisch aufgewachsenes Frontschwein gedient. Mit den „King´s Own Wild Boars“ habe ich an manchem Spe(c)ktakel mitgewirkt. Aber Deutschland kämpft nun nicht mit um Ruhm, Ehre und Öl? Einfache Antwort:- Wir können es uns mit unserer heillos unterfinanzierten Bundeswehr ja auch gar nicht leisten. Afghanistan fordert unsere Streitkräfte schon bis zum Letzten, die versprochene Beschaffung von modernen Transportflugzeugen und Hubschraubern aus deutschen Landen können sich nur die Nachbarn, wir selbst aber nicht, leisten und wer will schon noch mehr tote deutsche Soldatinnen und Soldaten dem Wahlvolk verkaufen...nein, nein, da muss man es mit der Schicksalsergebenheit der Japaner sehen:- Warum einen 3-tägigen-Europatrip absagen, warum nicht mehr mit Trachtenhütchen am Oktoberfest auftauchen, denn es ändert ja auch nichts mehr an der Katastrophe.

Als Schwein habe ich und meine Rasse ja schon schnell erkennen müssen, dass nichts so kurzlebig ist wie das Interesse des Menschen an Neuigkeiten. Nur schlecht und aufregend müssen sie sein, dann ist es gut für Boulevardblätter und Nachrichtensendungen privater Rundfunkanstalten. Gibt es Gammelfleischskandale dann wird unsereiner eben gekeult, geht die Welt in Japan unter, dann fährt man da - erst einmal – eben nicht mehr im Urlaub hin.
Was muss eigentlich noch passieren, bevor sich die Krone der Schöpfung in mehr Bescheidenheit übt. Unsere heile Welt ist ja nicht in Gefahr. Wir kennen Katastrophen bestenfalls aus Computerspielen, dann zu Weihnachten packt uns das schlechte Gewissen und wir spenden fleißig für Betroffnene arme Schweine, je weiter sie von uns entfernt leiden, um so besser.
Aber in der Natur ist nichts von Bestand. Alles wird früher oder später von der Evolution hinterfragt und günstigenfalls nur modifiziert. Alles andere hat sich darauf einzustellen, dass Modelle, die den Konzern schädigen oder Ladenhüter zu werden drohen, wieder vom Antlitz der Erde vertilgt werden. Das haben die Dinos auch schon schmerzlich erfahren müssen.
Das ist auch gut so, denn sonst hätten wir Schweine ja nie die Chance, vielleicht auch einmal die Welt von der anderen Seite der Fleischtheke im Kaufmannsladen sehen zu können.
Bon Appetit et bientot après...Euer Eberhard von Porcus

Dienstag, 8. März 2011

über Rücktritte, Fehltritte und die Leichtigkeit des Seins als Politiker und Medienstar...


...den Wenigstens ist ja bekannt, dass auch ich aus einer Akademikerfamilie stamme. So haben Verwandte von mir über verschiedene Themen an renommierten Universitäten wie Schweinfurt, Eberswalde oder Rüsselsheim promoviert. Ich erinnere mich an eine spektakuläre Abhandlung meines Vetters Pikk von Porcus über die Rolle des Landsauenbundes, pardon Landfrauenbundes, im Kontext der Agrarsubventionen auf EU- Ebene. Spannend kann ich nur sagen. Wer sich damit beschäftigt lernt schnell: wer ehrlich bleibt, kriegt keine (EU -) Kohle. Aber hätte die Herr zu Guttenberg gebraucht? Wohl kaum, denn er kommt ja aus einem guten Stall. Er hatte ja auch eine hohe Messlatte an seine eigene Ehrlichkeit und Ehre gelegt. Nun hat er sich gefallen lassen müssen, dass man ihn auch daran misst. Schade ist es trotzdem. Ach, wie schön wäre es gewesen, wenn er und seine Stefanie die Sehnsucht der post- klimakteriellen Leserinnen des „Goldenen Blatts“, der „Gala“ oder der Rentner- Bravo, der „Apothekenrundschau“, nach einem Prinzenpaar wie in Schweden, England oder Holland hätte stillen können. Und nun das, selbst die Kanzlerin hat ihn fallen gelassen wie ein heißes Ferkelchen, pardon, heiße Kartoffel. Aber er ist ja – wie gesagt – wohl bestallt. Leidet weder Hunger noch Kälte und kann sich nun Frau und Töchtern widmen, die er ja schon neben der Parlamentsarbeit und der Doktorarbeit zeitgleich bei nur 24 pro Tag verfügbaren Stunden unter einen Hut bekommen hat.
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Aber – nun ´mal ehrlich – wer hat denn noch nie etwas „abgekupfert“? Wer hat noch nie einen „Spickzettel“ brennend wie eine Kohle in der Hosentasche bei der Klassenarbeit mitgeführt...aber Mitleid habe ich dafür in seinem Falle nicht. Er hat wohl unterschätzt, dass viele wie Trüffelschweine ganz tief graben um den roten, konservativen Apfel mit blitzblanken Bäckchen vom Baum fallen zu sehen. Keine Solidarität der Kolleginnen und Kollegen der politischen Führung, die halten die Füße still, vielleicht damit keiner bei Ihnen im Stall den Mist von unten nach oben kehrt. Es ist scheinbar typisch Deutsch, dass wir möglichst konturlose, unprätentiöse und schon gar nicht gutaussehende oder gut ankommenden Politikerinnen oder Politiker bevorzugen. Bloß nicht zulassen, dass es auch ´mal mediensichere und sympathische Frauen oder Männer als Volksvertreter geben könnte. Nein, das liegt der Bedenkenträger- und Neidgesellschaft unter dem Diktat der die Interessen der Öffentlichkeit angeblich wahrnehmenden Medien nicht. Nein, dass muss man zertreten. Eine ebenfalls von den Medien gescholtene und von der Öffentlichkeit danach wie eine „Sau durchs Dorf getriebene“ Persönlichkeit hat einmal gesagt, dass die Mittelmäßigkeit in unserem Lande nur ein Interesse habe, nämlich die Andersartigkeit auszurotten. Aber wir sind ja – gottlob – nur an Informationen von kurzer Halbwertszeit interessiert. Solange DSDS (Deutschland sucht das Superschwein) oder nachmittägliche Gerichtssendungen oder „Pig Brother“ ungebrochene Zuschauerzahlen haben, wird auch kaum jemanden den Medienstar zu Guttenberg und seine blonde Stefanie vermissen...Euer Eberhard von Porcus