Dienstag, 3. Mai 2011

Edward und die "wonderfully differents"...


...eigentlich plaudere ich ja nicht gerne aus dem Nähkästchen…jeder Künstler hat seinen eigenen Stil, den ich für den dauerhaften Erfolg auch als ganz entscheidend empfinde…man hat so seine Techniken, die im Laufe der Jahre perfektioniert wurden…man hat seine Tricks und Kniffchen für die verschiedensten Arbeitsgänge, die eben grade den persönlichen Stil ausmachen und prägen…darüber spricht man natürlich nicht, sondern behält diese kleinen Geheimnisse besser für sich…kopiert wird ohnehin viel zu viel und wer sieht seine Arbeiten schon gern als billigen Abklatsch auf Messen, in Wettbewerben oder Fachmagazinen.



Betrachtet man die Needful Friends und ihre Entwicklung durch die Jahre, so stellen sich dem Betrachter immer wieder dieselben Fragen: …wie viele Stunden arbeitet man an einem Bären…und wie schafft man es, solche Gesichter zu kreieren…ich weiß gar nicht, wie oft mir diese Fragen schon gestellt wurden…


Wenn man so lange im Geschäft ist wie ich, laufen die Arbeitsgänge sicher und routiniert…man hat einen verlässlichen Einfluss auf das Gesicht eines Bären und kann durch die Wahl der Augen, Nasengarnierung und Körperhaltung Einfluss auf den Charakter des fertigen Bären nehmen…ich weiß schon bevor der Bär begonnen ist, wie er einmal aussehen wird…jedenfalls meistens…


...es gibt aber auch Bären, die sich ein Mitspracherecht einräumen, die einem irgendwie dazwischen funken…sei es durch das immer wiederholte Ausstrecken des Ärmchens oder das Zappeln des Köpfchens nach links und rechts beim Sticken der Nasengarnierung…und dann entwickelt sich eine Eigendynamik, die den Bären dann auch für mich zu einer Überraschung werden lässt. Manchmal weiß ich gar nicht mehr, an welcher Stelle dieser Bär sich nun in seine Produktion eingemischt hat. Plötzlich sitzt er fertig vor mir und sieht mich frech und selbstbewusst an.



...oft sind es genau diese Bären, die irgendwie anders sind…sie haben etwas Geheimnisvolles…vielleicht gerade weil sich mich nicht allein an ihrem Schicksal haben wirken lassen…und genau so ein Bär entstand gestern in der Needful Friends Bärenwerkstatt…ich erinnere mich noch gut, welchen Bären ich im Kopf hatte, als ich mit der Arbeit begann…und jetzt sitzt er hier und ist doch irgendwie ganz anders…ich brauche einen Moment, um mich an diesen ungeplant lustigen Kobold zu gewöhnen…er scheint mir ein Lächeln entlocken zu wollen, was ihm gelingt.



Wir sehen uns an und spontan kommt mir die Idee, eine neue Kollektion ins Leben zu rufen…die wonderfully differents…dieser Bär ist einfach wonderfully different und hat diese Bezeichnung in der Tat verdient. Edward ist nun der Auftakt einer neuen und sicher spannenden Kollektion...eine Rarität, da diese Bären nicht geplant sondern zufällig entstehen und in der Bärenwerkstatt sicher immer eine Ausnahmeproduktion bleiben werden…

Kommentare:

Conni hat gesagt…

Ein niedliches Schätzchen mit einer wunderbaren Entstehungsgeschichte.
Ja, manchmal haben sie ihr eigenes Köpfchen...da sollte man auch nichts dran ändern. Das typisch Needful friends schaut auch aus ihm heraus.

Liebe Grüße Conni

Desirée hat gesagt…

Edward ist ja wonderfully putzig! Seine Erfolgsstory ist so schön zu lesen. Hat sich gelohnt, dass er sein Köpfchen durchgesetzt hat. Und seine "Mama" erkennt man auf jeden Fall. ;)

Leny hat gesagt…

Oh soooooo sweet!!

Hugs.Leny