
...als ich sie zum ersten Mal sah, hockte ich wartend im Schaufenster eines Antiquitätenhändlers, der in mir nur den Profit sah, den ich ihm bringen würde.
Sie hatten den Blick, der untrüglich ist, den des blitzartigen Erkennens. Der Handel war schnell geschlossen. Geldscheine raschelten und die Ware "Bär" in ihrer ganzen Pracht wechselte den Besitzer...ich tauschte meine anonyme Existenz gegen eine ungewisse Zukunft ein.
Aufmerksam und besorgt musterte ich diese Menschen meines Schicksals, die alle Zeichen der Freude, sogar des Frohlockens zeigten. Oder solche der Zärtlichkeit, wie mein abgeschabter Pelz, meine kaputte Nase oder meine armen alten, aufgeplatzten und vielfach geflickten Beine sie bisweilen hervorriefen.
Ich spitzte die Ohren, die schon so manche Beichte und Klage gehört hatten. Sie hatten sofort begriffen, dass ich weder für den Schrank noch für dunkle Trödlerhöhlen geschaffen war. Was mich jedoch fesselte war diese Bemerkung..."ein schönes Beispiel primitiver Kunst"...
Hier sah man mich also mal ganz anders als bisher! Das Wort "Beispiel" missfiel mir ein bißchen, doch so schlimm war es nun auch wieder nicht, zumal es einen entschieden positiven Unterton hatte...ich fühlte mich sehr geschmeichelt, dass ich nunmehr zur "Kunst" zählte, aber das vorangegangene "primitiv" trübte entschieden den Glanz des neuen Attributs...

nach G. Picot